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25.06.14 bis 28.01.15

Ägypten – Im Spiegel der Zeitlosigkeit. Fotografien von Loïc Bréard

Ägypten – Im Spiegel der Zeitlosigkeit. Fotografien von Loïc Bréard

Ägypten #1, Edfu, 2011 © Loïc Bréard

Die Hamburger HELIOS ENDO – Privatklinik zeigt vom 26. Juni 2014 bis zum 28. Januar 2015 erstmalig das aktuelle Werk des französischen Künstlers Loïc Bréard.
Sein neues Projekt hat der Fotograf und Wahlhamburger Bréard Ägypten gewidmet. In den vergangenen zehn Jahre erkundete er das Land am Nil auf zahlreichen Reisen von Alexandria über Kairo und die Tempel von Luxor und Karnak bis in die kleinen nubischen Dörfer südlich von Assuan. Seine analog fotografierten Schwarz-Weiß-Impressionen scheinen aus der Zeit gefallen zu sein. Sie verraten nicht ihre Aktualität. Sie sind ein Spiegel von Geschichte und Tradition, sie legen das Wesen, das Innere eines alten Kulturvolkes frei.

Ganz bewusst sieht der Fotograf davon ab, in seiner Serie das flüchtige, tagespolitische Geschehen festzuhalten, denn er versteht sich nicht als klassischer Bildreporter. Ihn interessiert das Bleibende, das Unvergängliche, der Ausdruck der Jahrhunderte alten Traditionen, der Lauf einer sich anscheinend immer wiederholenden Geschichte, die er nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch in den Gesichtern der Menschen ständig neu entdeckt. Bréard ist im besten Sinne ein Flaneur, der sich mit wachen Augen und seiner Kamera treiben lässt, um Straßenszenen und Alltagssituationen festzuhalten, die für fast archaische Konstanten stehen. Da ist der Basar mit seinen Verkäufern und Käufern, der Straßenhändler, der Kameltreiber, der Bauer und die Frauen mit ihren von den Anstrengungen des Alltags gezeichneten Gesichtern – sie alle sind Figuren, die in ihrer Eigenart, ihrem Habitus und ihrer Kleidung schon die ersten Fotografen im 19. Jahrhundert fasziniert haben könnten. Denn auch Ägypten wurde schon sehr früh von europäischen Fotografie-Pionieren bereist, weshalb die Vorstellung vom Orient seit dem 19. Jahrhundert so stark vom abendländischen Blick bestimmt wurde. Bereits ab den 1850er Jahren entdeckten Fotografen aus Frankreich wie Félix Bonfils oder Maxime du Camp, der zusammen mit Gustave Flaubert reiste, aber auch der Engländer Francis Frith das Land.
Loïc Bréard, der mit einer analogen Leica M6 arbeitet, hat sich mit dem Schwarz-Weiß-Film viel vom fotografischen Geheimnis bewahrt. Er hat eine besondere Gabe für malerische Bildkompositionen. Intuitiv erfasst er Linienführungen, das Spiel von Licht und Schatten, was seinen Bildern diese künstlerische Note und charakteristische Bildsprache gibt, die ihn so auch mit historischen Vorbildern in eine Reihe bringen.

Unser Bild Ägyptens hat sich in den letzten Monaten vor allem aus der medialen Bilderflut zum politischen und gesellschaftlichen Umbruch im Land gespeist. Bis heute ist noch unklar, wohin das Land politisch steuern wird. Bréards Fotografien führen uns zurück zu einer humanistischen Bildtradition, die sich ganz auf den neben den Umbrüchen weiter existierenden Alltag der einfachen Menschen konzentriert. Nicht Gewalt und Straßenterror, Bilder von Hoffnung und Verzweiflung sind sein Thema, sondern der Fotograf nimmt wahr, was jenseits der tagesaktuellen Medienbilder liegt. Wenn er die großen chaotischen Metropolen Kairo und Alexandria verlässt und die Dörfer und Wüstenregionen mit den zerbröckelnden Relikten großer ägyptischer Baukunst besucht, wird deutlich, dass hier die Zeit langsamer vergeht und weiterhin unerschütterlich die scheinbar ewigen Traditionen gelten. Denn „nichts verändert die Menschen in der Gleichmut am Rande des großen Flusses und vor dem Hintergrund einer großen Geschichte, Ägypten bleibt sich treu, verändert seine Seele nicht“, so Dr. Thomas Wülfing in seinen Ausführungen zu Bréards Impressionen aus Ägypten.

Die Fotografien laden zu einer sehr persönlichen Erkundung eines Landes ein, das dem westlichen Menschen rätselhaft bleibt, so wie auch der Bau der Pyramiden für Forscher noch lange ein Rätsel sein wird. Loïc Bréard setzt den Menschen des Landes mit seinen Bildern ein Denkmal: in ihren Gesichtern spiegeln sich Würde und Respekt, aber eben auch die lange stolze Geschichte Ägyptens.

Loïc Bréard wurde in Nantes in der Bretagne geboren und studierte Malerei und Bildhauerei an der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs in Paris. Seit 1998 widmet er sich der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie in den Bereichen Porträt, Reportage, Landschaft und Architektur. Seine fotografischen Projekte führten ihn in die entferntesten Regionen der Welt. Die Serie El Rocío (Sevilla, Spanien, 2006), welche auch als Buch publiziert wurde, fand international hohe Anerkennung.

Zur Ausstellung „Ägypten – Im Spiegel der Zeitlosigkeit“ ist ein Bildband in Planung.

Aussstellungsort:

HELIOS ENDO – Privatklinik
Holstenstraße 2
22767 Hamburg

8. Etage, täglich von 10 -18 Uhr

040 3197-1225

HELIOS ENDO – Privatklinik
Holstenstraße 2, 22767 Hamburg
Deutschland

10.07.14 bis 11.01.15

Installation »bios [torah]«

Installation »bios [torah]«

Ein Industrieroboter schreibt eine Tora. Er greift dabei nicht etwa auf digitale Drucktechniken zurück, sondern eignet sich den menschlichen Schreibakt an. Mit Schreibfeder und Tinte versehen, zeichnet er in der Geschwindigkeit der menschlichen Handschrift insgesamt 304.805 hebräische Buchstaben auf eine rund 80 Meter lange Papierrolle.

Die Installation »bios [torah]« der Künstlergruppe robotlab verweist auf die Tätigkeit des Tora-Schreibens, die in der jüdischen Tradition von einem eigens dafür ausgebildeten Schreiber, dem Sofer, verrichtet wird. Während der Sofer die Heiligkeit der Schrift garantiert, unterstreicht die Installation deren industrielle Reproduzierbarkeit. Sie simuliert eine jahrhundertealte Kulturtechnik, die von den medialen Entwicklungen längst eingeholt wurde.

Die Tora, die von dem Industrieroboter geschrieben wird, ist nicht koscher: Ihre Entstehung entspricht weder den materiellen noch den immateriellen Erfordernissen des jüdischen Religionsgesetzes. Der Roboter unterscheidet nicht zwischen Pergament und Papier. Er kennt auch keine Segenssprüche. Er schreibt, was und wie er programmiert wurde.

Der Titel der Installation weist auf eine elementare Komponente der Computertechnik, das Basic Input Output System (BIOS) hin. BIOS ist das System, auf dem alle Programme eines Computers aufbauen. Es ist für die Entwicklung der Maschine von ebenso fundamentaler Bedeutung wie die Schrift für die Kulturgeschichte des Menschen.

Die Künstlergruppe robotlab setzt sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Maschine auseinander. In ihren Installationen und Performances im öffentlichen Raum kommen immer wieder Industrieroboter zum Einsatz. robotlab schaffen experimentelle Anordnungen, die neue Perspektiven auf den Körper und die mechanischen Bewegungen von Robotern ermöglichen. Sie antizipieren damit den Blick in eine Zukunft, in der Roboter zum sichtbaren Bestandteil gesellschaftlichen Alltags geworden sind.

robotlab / Matthias Gommel, Martina Haitz, Jan Zappe
bios [torah] (2007/14), Roboterinstallation
Mitarbeit hebräische Kalligrafie und Satz: Sahar Aharoni, Karlsruhe

Mit freundlicher Unterstützung von:
ZKM Karlsruhe, KUKA Augsburg, LAMY Heidelberg, PAPIER UNION Karlsruhe, CORDIER Papier Bad Dürkheim, WINTOPO Biggleswade/UK

Ort: Jüdisches Museum Berlin, Eric F. Ross Galerie
Eintritt mit dem Museumsticket 8 €, erm. 3 €

Für weitere Informationen:
http://www.jmberlin.de/index.php

Foto: Die Roboter-Installation »bios [torah]« © robotlab

Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin
Deutschland

27.09.14 bis 22.02.15

K.U.SCH. EINE THEMENPALETTE

K.U.SCH. EINE THEMENPALETTE

Ab dem 27. September 2014 widmet ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH der Künstlergruppe K.U.SCH. die erste umfassende Retrospektive. Unter dem Titel „Eine Themenpalette“ beleuchtet die Ausstellung ausgehend vom Frühwerk alle wesentlichen Aspekte ihres facettenreichen und eigenwilligen Œuvres.

Seit 1972 bezeichnen sich die seit ihrer Heirat 1968 als Duo auftretenden Renate Krätschmer (geb. 1943) und Jörg Schwarzenberger (1943–2013) offiziell als Künstlerkooperative K.U.SCH, der seit 2006 auch ihr Sohn Sito angehört. Ihr vielfältiges Œuvre, das auf die unmittelbare Verknüpfung von Kunst und Leben abzielt, umfasst Objektkunst, Malerei, Zeichnung, Film, Design, Land-Art, Performance und Theater und ist von Anfang an von einem dezidiert gesellschafts- und konsumkritischen Bewusstsein geprägt.

Den eigentlichen Beginn der künstlerischen Zusammenarbeit von Krätschmer und Schwarzenberger markieren Objekte und Möbel, die auf eine intensive Auseinandersetzung mit der Farbenlehre Goethes und Harald Küppers zurückgehen und die Wirkung von Farbe, Form und Linie im Verhältnis zu Raum und Fläche thematisieren. Parallel dazu, angeregt durch das „New American Cinema“, entstanden mehrere experimentelle Filme, die dokumentarische und künstlerische Elemente in sich vereinigen.

1978 übersiedelte das Paar für einige Jahre auf den Strohhof, einen Vierkanthof in Kirnberg bei Melk (NÖ), wo die beiden im Sinne einer ganzheitlich-kreativen Selbstverwirklichung und im Einklang mit den Zyklen der Natur lebten, Gemüse anbauten und Ziegen züchteten. Die eigene Erfahrung des Eingebunden-Seins in die Natur einerseits und die Beschäftigung mit den Kulturen verschiedener Naturvölker andererseits forcierte zunehmend K.U.SCH.‘s Interesse für Rituale und Masken, was schließlich in der Idee ihres Prozessionstheaters kulminierte. Die erste Umsetzung fand unter dem Titel „Annäherung an das Fremde“ 1988 im Rahmen des Donaufestivals in Krems statt. Ähnlich einer Fronleichnamsprozession zogen etwa 50 Mitwirkende nach genauen Anweisungen und mit verschiedenen, von K.U.SCH. gestalteten Masken, Stäben und Schilden ausgestattet, würdevollen Schrittes durch die Kremser Altstadt. An bestimmten Stationen fanden szenische Performances statt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Schaffen von K.U.SCH. ist die mit absurden und zugleich titelgebenden Wortkreationen einhergehende Objektkunst, in der sie auf sarkastisch-ironische Art den Warenfetischismus unserer Zeit zum Thema machen.

Die seit längerem geplante Ausstellung findet bedauerlicherweise in memoriam Jörg Schwarzenberger statt, der nach schwerer Krankheit im Dezember 2013 verstorben ist, aber an der Konzeption noch maßgeblich mitgewirkt hat.

Zur Ausstellung erscheint im Kerber Verlag eine bilinguale Publikation mit Beiträgen von Katharina Blaas-Pratscher, Linda Christanell, Renald Deppe, Bodo Hell, Hartwig Knack, K.U.SCH., Wolfgang Müller-Funk, Christian Reder, Dieter Ronte, Alexandra Schantl und Peter Zawrel.

K.U.SCH. EINE THEMENPALETTE
27. September 2014 – 22. Februar 2015

ORT
ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH
Landesmuseum Niederösterreich, Shedhalle
Kulturbezirk 5, 3100 St. Pölten

ÖFFNUNGSZEITEN
Di – So, 9 – 17 h

ERÖFFNUNG
Freitag, 26. September 2014, 19 h

BESUCHERINFORMATION
Niederösterreichische Museum Betriebs GmbH
ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH
St. Pölten | Krems
Kulturbezirk 5, 3100 St. Pölten
T + 43 2742 90 80 90 und office@zeitkunstnoe.at
www.zeitkunstnoe.at

EINTRITT
Erwachsene: 5,50 €
Ermäßigt: 4,50 €
Familienkarte: 11 €
Kinder und Jugendliche (von 7 bis 18 Jahre): 3,50 €

Bildlegende: K.U.SCH., “Blitz-Art-Schier”, 1980, Acryl/Holz,, Metall, Höhe 150 cm, Landessammlungen Niederösterreich, © Land Niederösterreich, Bildrecht, Wien, 2014, Foto: Rita Newman

ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH Landesmuseum Niederösterreich, Shedhalle
Kulturbezirk 5, 3100 St. Pölten
Österreich

27.09.14 bis 04.01.15

Patrick Bernatchez - Les Temps Inachevés

Patrick Bernatchez - Les Temps Inachevés

Das Casino Luxembourg präsentiert mit “Les Temps Inachevés” eine umfassende Einzelausstellung des Kanadiers Patrick Bernatchez. Zu den bevorzugten Themen des Künstlers zählen seit einigen Jahren die Zeit, wiederkehrende Zyklen oder das Verhältnis zwischen Raum und Zeit. Für seine Arbeiten bedient er sich einer Vielfalt von Medien wie Film, Skulptur, Zeichnung, Installation, Sound. Teil der Ausstellung ist, z.B., das umfangreiche, experimentelle Projekt “Lost in Time”, das der Künstler über mehrere Jahre hinweg entwickelt hat. Herzstück dieses Projektes ist das Werk “BW (Black Watch)”, eine Automatikuhr, die nur Jahrtausende zählt.

Casino Luxembourg - Forum d'art contemporain
41, rue Notre-Dame, L-2240 Luxemburg
Luxemburg

Nicht Kategorien

11.10.14 bis 04.01.15

Eric Schockmel - Macrostructure

Eric Schockmel - Macrostructure

Künstlerprojekt in den historischen Kellergewölben des Casino Luxembourg.

“Macrostructur”e ist eine Multi-Channel Videoinstallation welche auf dem gleichnamigen Kurzfilm “Macrostructure (What If You Created Artificial Life And It Started Worshipping You)” von Eric Schockmel basiert. Das Werk, dessen Design sich an der Formensprache der Videospiele inspiriert, beruht auf Elementen aus dem Bereich Science Fiction, künstliche Intelligenz, Bioethik…

Casino Luxembourg - Forum d'art contemporain
41, rue Notre-Dame, L-2240 Luxemburg
Luxemburg

15.11.14 bis 24.01.15

MATTHIAS MEYER

MATTHIAS MEYER

In der zweiten Einzelausstellung von Matthias Meyer zeigt Galerie Wilma Tolksdorf neueste Werke des Künstlers. Als ehemaliger Meisterschüler von Gerhard Richter und Student von Dieter Krieg nimmt Matthias Meyer einen wichtigen Standpunkt in der zeitgenössischen Malerei ein. Werke des Künstlers befinden sich weltweit in bedeutenden Kunstsammlungen und werden international ausgestellt.

Die auf Reisen aufgenommenen oder im Internet vorgefundenen Fotografien von Stadt- und Landschaftsmotiven bilden den Ausgangspunkt für erste vorbereitende Acrylskizzen, auf denen bereits die Komposition und Farbfelder festgelegt werden. Ohne Vorzeichnung überträgt Matthias Meyer dieses Grundgerüst auf die leere Leinwand und schafft somit eine Tiefenstruktur, die nahezu phantasmagorisch durch alle Farbschichten hindurchschimmert.

Die schnelle Malweise des Künstlers, bedingt durch die Nass-in-Nass-Technik mit extrem verdünnter Ölfarbe, manifestiert sich in der Leichtigkeit des Farbauftrags und der durchscheinenden Transparenz einzelner Farbschichten. Die gegenständlichen Assoziationen von Natur- oder Architekturelementen lösen sich letztendlich auf und verlieren sich in der Gesamtstruktur des Bildes.

In seinen neuesten Arbeiten tritt das „hintergründig Atmosphärische“ in den Vordergrund der Malerei von Matthias Meyer. Während in den früheren Werken gegenständliche Assoziationen noch zu erahnen waren, sind sie nun nahezu aufgelöst in den sich überlagernden Farbebenen. Es ist die reine Malerei, der der Betrachter gegenübersteht und sich in ihrer Vielschichtigkeit und Multidimensionalität verliert.

So ist bei der Arbeit „Zürich“, 2014 nicht mehr als ein flüchtiger Eindruck von dem ursprünglichen Motiv einer U-Bahnstation geblieben – das Bild changiert zwischen der tatsächlichen Seherfahrung, die sich in den Glanzstellen der Kunstlichter und in der räumlichen Tiefe des U-Bahnsteigs erahnen lässt, und der kondensierten subjektiven Erinnerung von Matthias Meyer, die in das Medium der Malerei transformiert wurde.

Galerie Wilma Tolksdorf
Hanauer Landstraße 136, 60314 Frankfurt am Main
Deutschland

05.12.14 bis 14.02.15

Stephan Schenk, Kreuzweg

Stephan Schenk, Kreuzweg

Die Serie Kreuzweg von Stephan Schenk umfasst 14 Fotografien, die als Tapisserien gezeigt werden.
Sie behandelt das Thema 1. Weltkrieg aus einer neuen Perspektive.

Galerie m Bochum
Haus Weitmar, Schlossstr.1a, 44795 Bochum
Deutschland

05.12.14 bis 14.02.15

SUSANNE M. WINTERLING »DRIFT«

Die Ausstellung Drift von Susanne M. Winterling vereint eine Serie von Arbeiten, die Solidarität, Empathie und Immersion in den Blick nehmen. Es sind jene Kräfte, die das gesellschaftliche Leben erst als Realität erfahrbar machen. Wir verstehen die Bilder, die uns umgeben, in die wir uns immersiv hinein versetzen, durch unsere Körpererfahrung und unsere Lebensform. Nur dadurch werden wir entweder von einem bestimmten Bild angezogen oder befremdet. Worauf wir reagieren, folgt keiner einfachen Logik, sondern ist Teil eines prekären Prozesses der Subjektivierung, eingebettet in politische und wirtschaftliche Parameter der „Prekaritaet“. Der Vorgang der Immersion geht mit einer Verschiebung, einer Brechung einher, die die kollektive Produktion von Subjektivität innerhalb eines gemeinschaftlichen Alltags mehr beschreibt als es die Reflexion zuließe. Im Vorgang der Immersion zeigt sich, im Sinne der Lichtbrechung, eher die kollektive Produktion von Subjektivität innerhalb eines gemeinschaftlich gelebten Alltags. Diese von Brüchen durchzogene Dynamik der Immersion manifestiert sich nicht nur in unserem Verhältnis zu Technologien wie Bildschirmen oder Mikroskopen oder Oberflächen wie Retina-Displays, hautähnlichem Fotopapier oder glänzendem Aerogel, sondern auch in Schlaf und unseren Möglichkeiten, mit Tieren, Pflanzen und der unbelebten Materie als Teil unseres Ökosystems in Wechselwirkung zu sein.
Drift schlägt Metaphern für diese Dynamik der Brechung vor. Im Vordergrund steht dabei die Taktilität der Bilder und besonders das Phänomen der Biolumineszenz, die Fähigkeit zur Lichtproduktion, die in vielen, häufig im Meer lebenden Lebensarten, zu finden ist, unter ihnen eine besondere Form von Plankton: die älteste lebende Materie unseres Planeten. Wie ein lebender Touchscreen verkörpert diese Planktonart die elementarsten Prinzipien der Berührung als spektakuläre Visualität einerseits und potenziellen Toxizität andererseits. Drift unternimmt durch die Arbeit mit der Kamera, dem Mikroskop oder Teleskop einen Versuch der Empathie mit jenem biologischem Leben und hebt hervor, was uns als Menschen darin ausweist.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag von 11.00 bis 18.00 Uhr
Samstag von 11.00 bis 16.00 Uhr

T +49 711 69 94 79 19
F +49 711 69 94 79 20
mail@parrotta.de
www.parrotta.de

Galerie Parrotta Contemporary Art
Augustenstrasse 87-89, 70197 Stuttgart
Deutschland

14.12.14 bis 01.02.15

NILBAR GÜREŞ

NILBAR GÜREŞ

Anlässlich der Vergabe des Msgr. Otto Mauer Preises 2014 zeigt die diesjährige Preisträgerin Nilbar Güreş vom 14. Dezember 2014 bis 01. Februar 2015 ausgewählte Arbeiten im JesuitenFoyer, Bäckerstraße 18, 1010 Wien.

Nilbar Güreş wurde 1977 in Istanbul geboren. Sie studierte an der Akademie für Bildende Künste in Wien und lebt heute in Istanbul und Wien.

Formal kombiniert Güreş orientalische Ornamentik mit westlicher Ikonographie und bezieht zwei kunsthistorische und ästhetische Traditionen in ihr Werk ein. Anerkennend hob die Msgr. Otto Mauer Preis Jury die unterschiedlichen Medien und Materialitäten – Papier, Video, Skulptur und Textil –, hervor, welche die Künstlerin in ihren Arbeiten einsetzt. Ihre Collagen, Objekte, Fotografien, Videos, Videoinstallationen und Performances thematisieren weibliche Rollenklischees, Geschlechterverhältnisse, Fragen von Körperlichkeit und weiblicher Identität sowie die gesellschaftliche Benachteiligung der Frau. Trotz der Ernsthaftigkeit der Themen, die Nilbar Güreş verhandelt, zeichnet sich ihre eigensinnig-kritische Auseinandersetzung mit dem weiblichen Alltag, den sie uns mit all seinen Facetten in einer primär patriarchal orientierten und geführten Gesellschaft vorführt, durch einen meist subtilen Humor aus.

In ihrem Video „Undressing“ (2006) verhüllt Nilbar Güreş mit unzähligen, übereinander gelegten Tüchern ihren gesamten Kopf; in der Folge legt sie eines nach dem anderen ab, wobei sie bei jedem Kopftuch einen Frauennamen nennt, um sich letztlich ganz ohne Tuch zu präsentieren. Damit führt sie das Kopftuchtragen als ein zutiefst persönliches Statement vor. Die angewendeten Techniken der Verschleierung oder die Wahl des Stoffmusters verweisen auf die autonome Individualität und auf die Identität der jeweiligen Trägerin.

Um die Rolle und Identität der Frau in der Gesellschaft geht es auch in ihrer Werkserie „Unbekannte Sportarten“ (2006–2011). In einem Video, einer Fotoserie und Zeichnungen zeigt Nilbar Güreş ihre Protagonistinnen in verschiedenen geschlechtsspezifischen Gesten und Handlungen, die sie mit Ironie und Witz entlarvt. „[...] Güreş gelingt der ‚Spagat‘, ihrer rebellischen Kritik an der die Frauen unterdrückende Körperpolitik Ausdruck zu verleihen − einer Körperpolitik, die weltweit ihre sehr spezifischen Ausprägungen hat −, und zugleich auch die Abwehr und Angst der westlichen Gesellschaft vor religiös geprägten Kulturen und deren Kleidervorschriften drastisch ins Spiel zu bringen“, so die Kunsthistorikerin Silvia Eiblmayr.

Für ihre künstlerischen Arbeiten bereist Nilbar Güreş auch Orte, die in enger Beziehung zu ihrer eigenen Familie stehen. Für ihre Fotoserie „TrabZONE“ (2010) begibt sie sich in die fast gleichnamige Stadt am Schwarzen Meer und entführt uns auf eine Reise in eine bestimmte „Zone“ des Unbewussten ihrer Kindheit. In Trabzon ist die Sichtbarkeit von Frauen in der öffentlichen Sphäre extrem eingeschränkt. Sie halten sich nur in Gegenwart einer männlichen Begleitung an öffentlichen Plätzen auf. In ihrer Werkserie jedoch verweist Nilbar Güreş auf die Stärke und das Selbstbewusstsein der Frauen, indem sie diese bewusst in ihrem privaten Umfeld in unterschiedlichen fotografischen Inszenierungen in den Mittelpunkt rückt, in denen diese Konventionen thematisiert, aber zugleich unterlaufen werden.

Zurzeit ist Nilbar Güreş mit Arbeiten auf der 31. São Paulo Biennial (06. September bis 07. Dezember 2014) vertreten. Weiters sind vom 27. November 2014 bis 24. Januar 2015 ausgewählte Arbeiten im FO.KU.S Foto Kunst Stadtforum in Innsbruck zu sehen.

ORT
JesuitenFoyer, Bäckerstraße 18, 1010 Wien

ERÖFFNUNG
10. Dezember 2014, 19.30 Uhr

AUSSTELLUNGSDAUER
14.12.2014 – 01.02.2015

ÖFFNUNGSZEITEN
MO und DI 16–19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen 12–13 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung: T 0043 699 11 441 567; geschlossen von 24.12.14 bis einschließlich 7.01.15

EINTRITT FREI

BESUCHERINFORMATION
www.otto-mauer-fonds.at
T 0043 1 51 552 DW 5103

Bildlegende:
Nilbar Güreş, YOL AYRIMI TrabZONE SERİSİ’nden / JUNCTION from the TrabZONE SERIES, 2010, C-Print, 100 x 150 cm, Edition 5 + 1 A.P., Courtesy Galerie Martin Janda, Wien / RAMPA Istanbul

JesuitenFoyer
Bäckerstraße 18, 1010 Wien
Österreich

24.01.15 bis 03.05.15

M+M - 7 Tage

M+M - 7 Tage

Mit “7 Tage” präsentiert das Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain eine Einzelausstellung des Künstlerduos M+M (Marc Weis und Martin De Mattia). Im Fokus steht dabei das seit 2009 begonnene Videoprojekt der 7 Tage-Reihe, das auf der Idee der Film-Serie beruht und eindeutige Bezüge zu Kultfilmen hervorruft.
Die sieben Videos, die als Doppelprojektion gezeigt werden, entsprechen jeweils einem bestimmten Wochentag. Wie schon in früheren Werken zerlegen die Künstler die Erzählung in isolierte Szenen und montieren diese zu einem visuellen Loop. Jeder „Tag“ greift eine Schlüsselszene aus einem bekannten Spielfilm auf, die dann von den Künstlern neu interpretiert wird: So verkehren sie bestimmte Parameter in ihr Gegenteil, um die Lesart der Szene zu verändern und sie für neue Deutungen zu öffnen.

http://www.casino-luxembourg.lu/fr/Expositions/7-Tage

Casino Luxembourg - Forum d'art contemporain
41, rue Notre-Dame, L-2240 Luxemburg
Luxemburg

Nicht Kategorien

24.01.15 bis 19.04.15

Resolute - Design Changes

Resolute - Design Changes

Die Ausstellung “Resolute – Design Changes” illustriert den Umgang zeitgenössischer Grafikerinnen und Grafiker mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.

Die ausgewählten Werke – oder man sollte wohl eher von Projekten sprechen – spiegeln das Bestreben einer neuen Generation von GrafikerInnen wider, gleichzeitig aktiv an der Entwicklung der Gesellschaft und ihres eigenen Berufsstandes teilzuhaben. Sie sind am Puls der Zeit und lassen die Rolle des rein ausführenden Organs weit hinter sich, um Verantwortung zu übernehmen: Sie nutzen neue Technologien und andere Kommunikationsmittel, um am gesellschaftlichen Wandel zu partizipieren. Sie sind entschlossen, inspiriert und motiviert und ermutigen Menschen, kritische Positionen einzunehmen, sich ihre eigene Meinung zu bilden, diese frei zu äußern und nach ihren Überzeugungen zu handeln.

In diesem Kontext und angesichts der ständig wachsenden Bedeutung der visuellen Kultur für die zeitgenössische Gesellschaft wird die Rolle des Grafikdesigns im Wettbewerb um Macht und Manipulation zunehmend gewichtiger.

http://www.casino-luxembourg.lu/de/Ausstellungen/Resolute-Design-Changes

Casino Luxembourg - Forum d'art contemporain
41, rue Notre-Dame, L-2240 Luxemburg
Luxemburg

02.10.21 bis 17.11.21

DANSK MØBELDESIGN. Arne Jacobsen und Poul Kjaerholm für Fritz Hansen

Im Rahmen seines Schwerpunktprogramms zur Designgeschichte des 20. Jahrhunderts präsentiert das WAGNER:WERK Museum Postsparkasse bei freiem Eintritt seine Herbst-Ausstellung „DANSK MØBELDESIGN. Arne Jacobsen und Poul Kjaerholm für Fritz Hansen“.

Dänisches Möbeldesign steht weltweit für zeitlose Eleganz und perfekte handwerkliche Verarbeitung. Einfachheit, Funktionalität, Leichtigkeit, Materialgerechtigkeit und Komfort lassen sich aus der Tradition ursprünglich kleiner, oft über Generationen vererbter Tischlereibetriebe herleiten. Prägend für dieses Image sind meist die Entwürfe der 1950er- und 1960er-Jahre – heute oft Ikonen des modernen Designs, Ausdruck der organischen Formen der Nachkriegszeit und der Potenziale, die sich aus neuen Techniken und Materialien ergaben.
Die Geschichte des dänischen Designs beginnt aber wesentlich früher. Schon im 19. Jahrhundert knüpften Tischlerbetriebe bewusst an lokale Traditionen an und entwickelten einfache, konstruktiv und funktional überzeugende (Sitz-)Möbel – nicht unähnlich den österreichischen Biedermeier-Möbeln, die ebenfalls auf neue Nutzergruppen, geänderte Bedürfnisse und kleinere Wohnräume reagierten und neue Produktionsweisen einführten: Nicht zufällig spielten beide Länder auch bei der Entwicklung von Bugholzmöbeln eine führende Rolle.
Neben Verner Panton waren insbesondere Arne Jacobsen und Poul Kjaerholm für den Welterfolg des dänischen Designs verantwortlich. Spätestens bei diesen Meistern des Möbeldesigns muss auch eine Firma genannt werden, die wie keine andere für die Kontinuität dieser Möbelproduktion steht: Fritz Hansen.

ÖFFNUNGSZEITEN
Mo–Fr 9-17 Uhr, Sa 10–17 Uhr
Geöffnet: Nationalfeiertag 26. Oktober 2012
Geschlossen: Allerheiligen 1. November 2012

EINTRITT FREI in die Sonderausstellung

BESUCHERINFORMATION
www.ottowagner.com
T +43 1 534 53 – 33825

WAGNER:WERK Museum Postsparkasse der BAWAG PSK,
Georg Coch-Platz 2, 1018 Wien
Österreich